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27.01.2021 - 11:53

BVIFONDS: Warum die Fondsanleger für 2021 keine Vorabpauschale zahlen müssen

Das neue Jahr beginnt für Fondsanleger mit einer überraschenden Meldung:
Die Vorabpauschale 2021 wird nicht erhoben, so dass bei Anlegern von
thesaurierenden Fonds die Besteuerung im Jahr 2022 entfällt. Darauf weist die
Aktion "Finanzwissen für alle" der im BVI organisierten Fondsgesellschaft hin. Die Vorabpauschale stellt im Rahmen des seit 2018 geltenden
Investmentsteuergesetzes bei Anlegern von Investmentfonds, deren
tatsächliche Ausschüttungen einen fondsspezifischen Mindestbetrag
unterschreiten, einen fiktiven, steuerpflichtigen Ertrag dar. Hierdurch wird
eine
jährliche Besteuerung von Fondsanlegern über die Haltedauer sichergestellt.
Normalerweise müsste die Vorabpauschale am ersten Werktag des Folgejahres
- also am 3. Januar 2022 - vom Anleger versteuert werden. Berechnet wird die
Vorabpauschale mit Hilfe des sogenannten Basiszinses, der von der Deutschen
Bundesbank ermitteltet wird. Das Bundesministerium der Finanzen bestätigte
Anfang Januar, dass der Basiszins 2021 negativ ist und daher Anfang 2022
keine Vorabpauschale erhoben wird. Für 2020 lag der Basiszins noch bei 0,07
Prozent. Weitere Informationen zur Vorabpauschale und ihrer Berechnung
finden Sie hier (https://www.bvi.de/fondswissen/investmentsteuern/). Einen Wermutstropfen gibt es jedoch für Sparer, die den Sparerpauschbetrag
von 801 Euro im Jahr nicht überschreiten. Das Ausbleiben der Vorabpauschale
kann die Steuerlast über die gesamte Investitionsdauer erhöhen. Wirtschaftlich
betrachtet ist die Vorabpauschale nämlich eine vorweggenommene
Besteuerung bisher unrealisierter Wertsteigerungen. Bei einem Verkauf der
Fondsanteile wird sie daher auch vom tatsächlichen Veräußerungsgewinn
abgezogen. Sparer, die den Sparerpauschbetrag nicht überschreiten, müssen
im Ergebnis keine Steuer auf die Vorabpauschale zahlen. Diese, für die Anleger
steuerfreien Einnahmen mindern aber weiterhin einen etwaigen künftigen
Veräußerungsgewinn. Unterbleibt nun aufgrund des negativen Basiszins die
Vorabbesteuerung, wird ein etwaiger Veräußerungsgewinn in der Zukunft nicht
gemindert. Wenn es aufgrund dieses Gewinns aus der Veräußerung der
Fondsanteile zu einem überschreiten des Sparerpauschbetrags kommt, führt
dies zu einer Mehrbelastung beim Anleger im Vergleich zu Jahren mit
Vorabpauschale. Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI hier
(https://www.bvi.de/fondswissen/finanzbildung/). Diese Meldung ist Teil der Serie "Finanzwissen für alle".
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