20.11.2012 - 18:29
Von Hans Bentzien
FRANKFURT--Pimco, der weltgrößte Rentenfondsinvestor, meidet nach den Worten seines Deutschland-Chefs Bundesanleihen und französische Staatstitel, aber kauft italienische und spanische Papiere. Der Grund: Bunds werfen zu wenig Rendite ab, französische sind zu teuer, aber italienische und spanische werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) abgesichert.
Auf die Frage, ob er noch an Staatsanleihen als Investment glaube, antwortete Andrew Bosomworth bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt: "Ja und Nein. Der Preis muss stimmen." Er fuhr fort: "Frankreich profitiert davon, dass es an der Grenze zu Deutschland liegt. Aber wenn man sich die Volkswirtschaft ansieht, dann ähnelt sie denen Südeuropas. Und dann stimmt der Preis nicht."
Die Ratingagentur Moody's hatte Frankreich am Montag als zweite der drei großen Ratingagenturen seine erstklassige Bonitätsnote aberkannt.
Bundesanleihen mag Bosomworth aber ebenso wenig. "Bei einer Rendite von unter 1,5 Prozent auf zehnjährige - das machen wir nicht", stellte er klar und fügte hinzu: "Dann kaufe ich lieber Spanien und Italien." Und warum? "Mit der EZB im Hintergrund stimmt der Preis."
Der Fondsmanager spielt damit auf die Zusage der EZB an, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Ländern zu kaufen, deren Renditen aus geldpolitischer Sicht überhöht sind. Aus der Warte von Investoren bedeutet das: Sollte das Ausfallrisiko Spaniens und damit die Zinsen steigen, dürfte Spanien ab einem bestimmten Punkt Hilfen beim Rettungsfonds ESM beantragen. Dann könnte die EZB unbegrenzt spanische Papiere kaufen, was Markteilnehmer vor Verlusten bewahren würde.
Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/apo/ros
(END) Dow Jones Newswires
November 20, 2012 12:29 ET (17:29 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
Für die einwandfreie Darstellung aller Informationsangebote benötigen Sie den Flash Player. Er steht für Sie GRATIS auf der Homepage von Adobe.de zum Download bereit.