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09.12.2020 - 10:26

BVIFONDS: Was es mit der Vorabpauschale auf dem Kontoauszug auf sich hat

Einige Fondssparer werden Anfang des kommenden Jahres auf ihrem
Kontoauszug eine Abbuchung wegen "Fondsbesteuerung" vorfinden. Der
Anleger sollte sich nicht wundern. Die Banken ziehen dann die sogenannte
Vorabpauschale ein. Das seit 2018 geltende Investmentsteuergesetz sieht für
viele Fonds, die keine oder nur in geringem Umfang Ausschüttungen
vornehmen, eine Besteuerung auf Basis einer Pauschale vor. Bei dieser geht
das Finanzamt von einem fiktiven Ertrag aus. Die Berechnung wird von der
depotführenden Stelle vorgenommen. Wenn die Erträge über dem
Freistellungsauftrag bzw. dem Sparer-Pauschbetrag liegen (maximal 801 Euro
pro Person), bucht sie die Steuer ab, Anleger müssen nichts unternehmen.
Liegen sie darunter, nimmt sie keine Abbuchung vor. Darauf weist die Aktion
"Finanzwissen für alle" der im BVI organisierten Fondsgesellschaft hin. Der Gesetzgeber will bei Investmentfonds durch die Vorabpauschale
sicherstellen, dass der Anleger jährlich einen Mindestbetrag versteuert. Sie
errechnet sich aus der Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des
Fonds und dem ausgeschütteten Betrag. Für 2020 ermitteln die depotführenden
Stellen in Deutschland den Basisertrag Anfang 2021. Der Basisertrag entspricht
dem Rücknahmepreis des Fondsanteils zu Jahresbeginn 2020 multipliziert mit
70 Prozent eines Basiszinses, den die deutsche Bundesbank jedes Jahr
berechnet und veröffentlicht. Für 2020 lag der Basiszins bei 0,07 Prozent. Der
für die Berechnung maßgebliche Betrag beträgt demnach 0,049 Prozent. Die
Vorabpauschale kann nur maximal so hoch sein wie die tatsächliche
Wertsteigerung eines Fonds im Kalenderjahr zuzüglich der Summe der
Ausschüttungen. Die depotführende Stelle darf die erforderlichen Beiträge zur
Abführung der Steuer auf die Vorabpauschale direkt vom Girokonto oder einem
anderen Einlagenkonto des Anlegers einziehen, eine Einwilligung des Anlegers
ist dafür nicht erforderlich. Eine Abbuchung erfolgt jedoch nur, wenn die
Erträge
den Freistellungsauftrag von 801 Euro pro Person übersteigen. Sollte das Konto keine Deckung aufweisen, darf die Bank für die Steuer auch
den Dispokredit nutzen, sofern der Anleger im Vorfeld nicht schon
widersprochen hat. Sobald der Fondssparer den Fondsanteil tatsächlich
verkauft, verrechnet die depotführende Stelle die bereits gezahlte Steuer auf
die
Vorabpauschale mit der bei Verkauf fälligen Abgeltungsteuer. Wichtig für Anleger ist ein in ausreichender Höhe gestellter
Freistellungsauftrag.
Da der Abzug der Steuer auf die Vorabpauschale Anfang 2021 erfolgt, sollten
Anleger die letzten Tage dieses Jahres dazu nutzen, ihren Freistellungsauftrag
noch in diesem Jahr anzupassen. Weitere Informationen zur Vorabpauschale und ihrer Berechnung finden Sie
hier (https://www.bvi.de/fondswissen/investmentsteuern/). Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI hier
(https://www.bvi.de/fondswissen/finanzbildung/). Diese Meldung ist Teil der Serie "Finanzwissen für alle". ---------------------------------------------------------------------------------------------
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