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05.09.2018 - 08:51

Geldanlage ist Ausdauersport

"Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen."
Diese Börsenweisheit suggeriert, dass Anleger den richtigen Zeitpunkt für den
Kauf oder Verkauf einer Aktie finden können. Da die Wirtschaft ein komplexes
System ist und die Börsenkurse vielen Einflussfaktoren unterliegen, ist es für
private Anleger aber schwierig, wenn nicht gar unmöglich, den besten
Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt zu treffen. Studien zufolge lassen sich
Privatanleger meist von Stimmungen leiten und handeln eher prozyklisch; sie
kaufen also teuer bei hohen und verkaufen ungünstig bei niedrigen Kursen. Wer
so handelt, riskiert aber, in guten Phasen nicht investiert zu sein. Darauf
weist
die Aktion "Finanzwissen für alle" der im BVI organisierten Fondsgesellschaften
hin. Aktuellen Analysen zufolge finden Kurssteigerungen an der Börse nur an
wenigen Tagen eines Handelsjahres statt. Diese zu verpassen, bedeutet,
Gewinne zu verschenken. Da niemand vorhersagen kann, wann diese Tage
sind, ist es für Privatanleger sinnvoller, über alle Marktzyklen hinweg
investiert
zu sein. Beim Vermögensaufbau ist Ausdauer also wichtiger als der Zeitpunkt.
Der Sparer ist gut beraten, sein Geld möglichst lange für sich arbeiten zu
lassen. Wer das Risiko einer Direktanlage in Aktien scheut, kann in Fonds investieren,
etwa über einen Fondssparplan. Das ist meist schon ab 25 Euro pro Monat
möglich. Vorteil: Wer langfristig in Fonds anspart, investiert über Marktzyklen
hinweg. Im Vergleich zu einem Direktinvestment streuen die Fondsmanager
das Kapital außerdem über unterschiedliche Unternehmen, Branchen und
Länder und mildern so das Risiko eines Einzelinvestments ab. Lange Ansparphasen lohnen sich
Dass sich ein langer Atem bezahlt machen kann, zeigt ein Blick zurück: Ein
Anleger, der 100 Euro monatlich anspart, hat nach 20 Jahren einen Betrag von
24.000 Euro zurückgelegt. Investierte er dagegen mit der gleichen Sparrate in
Aktienfonds, die in deutsche Aktien anlegen, kam er nach zwei Jahrzehnten per
Ende Juni 2018 im Mittel auf ein Vermögen von 44.871 Euro. Das entspricht
einer durchschnittlichen Rendite von 5,9 Prozent jährlich über die
zurückliegenden zwei Jahrzehnte - und das nach Abzug der Kosten und des
Ausgabeaufschlags. Ernüchternd wirkt dagegen derzeit eine Anlage auf einem
Tagesgeldkonto: Bei einer Verzinsung von 0,5 Prozent wäre der Anleger im
gleichen Zeitraum gerade einmal auf einen Betrag von 25.240 Euro gekommen. Sparer, die sich für Aktienfonds interessieren, sind gut beraten, zusammen mit
einem Anlageberater zunächst ihre persönliche Risikobereitschaft und die
Anlagedauer herauszufinden, um dann den für ihn geeigneten Fonds zu
wählen. Grundsätzlich sollten sie ihr Erspartes aber länger entbehren können,
um Kursschwankungen und Marktzyklen problemlos aussitzen zu können. Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI unter
www.bvi.de/finanzwissen. Diese Meldung ist Teil der Serie "Finanzwissen für alle".
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