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Nachrichten - AB Europe GmbH

High Yield: Warten auf den Call

Hohe laufende Erträge haben High Yield in Zeiten niedriger Zinsen sehr beliebt gemacht. Aber viele Gläubiger vorzeitig rückzahlbarer Anleihen sind sorglos geworden und ignorieren ein Risiko: Laufzeitverlängerungen bei steigenden Zinsen.

Die allermeisten High-Yield-Anleihen (Anleihen ohne Investmentgrade-Rating) können vorzeitig zurückgezahlt werden. Der Emittent kann sie nach einer vorab festgelegten Zeit nach der Emission "zurückrufen", d.h. vor dem Ende ihrer Laufzeit zurückzahlen. Beispielsweise sind Zehnjahresanleihen in der Regel nach fünf Jahren rückzahlbar.

In der Zeit vor dem ersten möglichen Rückzahlungstermin sind Anleger ein Stück weit vor vorzeitigen Rückzahlungen geschützt. Und wenn sich ein Emittent zu einer Rückzahlung entschließt, zahlt er dem Gläubiger üblicherweise einen Aufschlag auf den Nennwert, was ebenfalls einen gewissen Schutz bietet. Häufig übersehen Anleger aber ein wichtiges Risiko: die Möglichkeit, dass eine Anleihe nicht vorzeitig zurückgezahlt wird, vor allem bei steigenden Zinsen.

Emittenten sitzen am längeren Hebel

In der Vergangenheit haben die Mehrrenditen vorzeitig rückzahlbarer High-Yield-Anleihen gegenüber Staatsanleihen einen Puffer gegen steigende Zinsen geboten. Da diese Mehrrendite mittlerweile gesunken ist, ist dieser Puffer nicht mehr so groß. Zugleich entscheiden Emittenten häufig anhand der Zinsen, ob sie eine Anleihe vorzeitig zurückzahlen oder nicht (Abbildung).

Wenn die Zinsen stark genug steigen, zahlen Emittenten ihre Anleihen wahrscheinlich nicht zum erstmöglichen Zeitpunkt zurück, sondern später - oder sie refinanzieren sich erst nach dem Ende der Laufzeit. Möglicherweise sitzen die Anleger dann auf Anleihen, die sie gar nicht so lange halten wollten und deren Kurse aufgrund steigender Zinsen gefallen sind. Und wenn eine Anleihe nicht zurückgezahlt wird, gibt es auch keine Erlöse, die der Anleger in neuere Anleihen mit höheren Renditen investieren könnte. Das ist das Laufzeitrisiko.

Bei niedrigeren Zinsen haben die Emittenten natürlich einen Anreiz, ihre Anleihen vorzeitig zurückzuzahlen und neue Anleihen mit niedrigeren Coupons zu emittieren. Das senkt zwar den Zinsaufwand der Emittenten, verringert aber auch die Erträge der Investoren. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird eine Anleihe zurückgezahlt, wenn ihr Kurs höher ist als der Rückkaufpreis, wenn sie also beispielsweise zu 103 US-Dollar zurückgezahlt werden kann, aber zu 105 US-Dollar gehandelt wird.

Manchmal zahlt ein Emittent eine Anleihe aber auch zurück, obwohl die Zinsen nicht gefallen sind, weil er flexibel bleiben will. Er kann sich refinanzieren, wenn die Nachfrage groß ist, und muss nicht bis zur Fälligkeit warten und damit riskieren, dass die Marktstimmung dann erheblich schlechter ist. Emittenten werden einen Rückzahlungszeitpunkt nur dann verstreichen lassen, wenn die Zinsen so stark steigen, dass sie mehr Vorteile bieten als ein Mehr an Flexibilität.

Unglücklicherweise scheint das Laufzeitrisiko vorzeitig rückzahlbarer Anleihen nicht angemessen in ihren Kursen berücksichtigt zu sein. Seit der Entstehung des High-Yield-Markts gab es zwar häufig Phasen mit Zinsrückgängen, aber noch keine längeren Zeiträume mit steigenden Zinsen. Deshalb sind die Anleger unvorsichtig geworden und ignorieren das Laufzeitrisiko.

Wie man mit dem Laufzeitrisiko umgehen sollte

Unserer Ansicht nach sollten sich Anleger auf High-Yield-Strategien konzentrieren, die das Laufzeitrisiko nach Möglichkeit begrenzen, mit Derivaten wie Credit Default Swaps (die nicht vorzeitig zurückgezahlt werden können) oder durch ein genaue Analyse von Anleihekursen, Rückzahlungsbedingungen und Laufzeiten. Außerdem sollte man genau wissen, wann Anleihen ohne ausreichenden Ausgleich für das Risiko zu meiden sind.

High Yield mag angesichts der zurzeit niedrigen Zinsen immer noch die beste Alternative sein. Wer außerdem das Laufzeitrisiko genau kennt und weiß, welche Bedeutung es bei einer vorzeitig rückzahlbaren Anleihe hat, kann unliebsame Überraschungen bei steigenden Zinsen vermeiden.

Die hier geäußerten Einschätzungen und Meinungen sind weder Analysen noch dienen sie als Investmentberatung oder Anlageempfehlung. Sie geben nicht notwendigerweise die Ansichten aller Portfoliomanagementteams von AB wider.

Ivan Rudolph-Shabinsky ist Portfolio Manager of Credit bei AB.

Quelle: AB Europe GmbH

Nachrichten

Datum Nachricht
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