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15.03.2015 - 19:43

Chinas Wirtschaft wächst langsamer

von Stephan Witt, Kapitalmarktstratege der FiNUM.Private Finance AG, Berlin

Die chinesische Wirtschaft ist so langsam gewachsen wie seit 24 Jahren nicht mehr, nämlich "nur" um 7,3 Prozent; utopische Werte für westliche Industrienationen. Für China dennoch ein Rückschlag, hatte man doch ein höheres Wachstum prognostiziert. Das geringere Wachstum wird sich auch auf den Rest der Welt auswirken und eine geringere Nachfrage aus China bedeuten.

Allzu drastische Änderungen sollten jedoch nicht erwartet werden. Das Wachstum des bevölkerungsreichsten Landes der Erde ist bereits seit einigen Jahren immer weiter abgeflacht und hat sich in den letzten Jahren bei um die 7,5 Prozent eingependelt. Die aktuellen Zahlen passen also in diesen Trend und sind alleine kein Grund zur Annahme, dass der chinesische Markt an seine Grenzen gestoßen ist.

Grund für die leicht schwächelnde Konjunktur Chinas sind vor allem die schwache Lage der Weltwirtschaft und die zurückgegangene Nachfrage aus dem Inland. Vor allem in der Industrie und bei den Anlageinvestitionen gab es stärkere Wachstumsrückgänge. Auch in Zukunft dürften mehrere Investoren mit ihren Anlageentscheidungen noch warten, dennoch wird auf mittlere Sicht der chinesische Markt wieder stark an Bedeutung gewinnen. Vor allem wenn sich die Lage im Euroraum wieder stabilisiert hat, wird auch die ausländische Nachfrage nach chinesischen Erzeugnissen wieder anwachsen.

Rückgang wurde kaum negativ aufgefasst

Generell wurden die Zahlen von Experten insgesamt recht positiv aufgenommen und als normale Entwicklung beschrieben. Es war klar, dass man die Entwicklung der letzten Jahre konnte nicht ewig fortsetzen konnte, schließlich ist China mittlerweile die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Da ist es fast unmöglich eine zweistellige Wachstumszahl zu erreichen.

In Zukunft sind sogar geringere Werte um die sechs Prozent zu erwarten. Das alles bedeutet aber noch lange keinen Einbruch der Wirtschaft. Dennoch gibt es im chinesischen Raum durchaus Probleme mit den Banken und der Immobilienwirtschaft. Besonders bei Letzterem vermuten viele bereits eine Blase, die bald zu platzen droht. Und auch bei den Staatsbanken soll sich ein großer Haufen an schlechten Krediten angehäuft haben.

Doch die Sicherheitsvorkehrungen in China sind anders als in Europa. Der Mindestreservesatz der Banken liegt dort ganze 20-mal höher als in Europa, nämlich bei 20 Prozent. Auch gibt es strengere Regeln welchen Anteil der Spareinlagen eine Bank als Kredite vergeben darf. Aber selbst wenn es zu einem Crash einer Bank kommen sollte, steht der chinesische Staat zur Rettung bereit, so dass das Risiko in diesem Bereich als eher gering einzuschätzen ist.

Kein Grund zur Panik

Insgesamt besteht also kaum Grund zur Panik, die veröffentlichten Zahlen entsprechen durchaus dem normalen Wachstum einer Volkswirtschaft, erst recht wenn diese in den letzten Jahren so rasant gewachsen ist wie Chinas. Das Land könnte vor allem von den sehr niedrigen Rohstoffpreisen profitieren, schließlich hat es den zweitgrößten Import von Erdöl weltweit, knapp hinter den USA, deren Nachfrage sich allerdings aufgrund eigener Förderungen stark verringert hat. Dies könnte sich als entscheidende Sprungfeder erweisen, die das Wachstum in naher Zukunft doch wieder nach oben treibt.



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