Drucken
sponsored by
Börse Düsseldorf

27.04.2015 - 11:18

Allerorten wird vor Blasen gewarnt – ist das nicht auch eine Blase?

von Stephan Witt, Kapitalmarktstratege der FiNUM.Private Finance AG, Berlin

Sei es die Immobilienblase oder eine Blase an den Aktienmärkten: derzeit wird häufig vor einem Zusammenbruch gewarnt. Da liegt die Vermutung nahe, dass bereits die Angst vor Blasen zu einer Blase geworden ist. Typisch für eine Blase ist, dass der aktuelle Marktpreis deutlich über wem Wert des zugrunde liegenden Assets liegt. Meist ist dies der Fall, wenn die Kurse bzw. Preise in einer Branche innerhalb kürzester Zeit unüblich stark gestiegen sind.

Bei Blasen kollabiert dann das System und die Preise brechen zusammen, mit verheerenden Folgen für die Anleger. Das Phänomen einer Blase tritt zwar durch die zunehmende Globalisierung verstärkt auf, ist jedoch nicht nur ein Problem der Neuzeit; bereits seit dem 17. Jahrhundert treten Blasen auf. Doch wo besteht aktuell Gefahr und was können Anleger tun?

Jeder Anleger hat den starken Aufwärtstrend an den Börsen vor allem in den USA und Deutschland mitbekommen. Am 10. April diesen Jahres konnte der deutsche Leitindex einen neuen Allzeithöchststand vorweisen und kennt auch nach wie vor nur die Richtung nach oben. Dennoch zeigen sich viele Analysten und Experten kaum besorgt über diesen Verlauf und auch die Kauflaune der Investoren scheint ungebremst.

Hier zeigt sich: die Gefahr einer Blase ist eher gering. Die Entwicklung an den Aktienmärkten lässt sich leicht erklären. Die niedrigen Zinsen haben Europa und Amerika seit Jahren fest im Griff, Sparer brauchen also Alternativen und genau da sind die Dividenden der Aktien äußerst interessant. Die EZB wird auch weiterhin die Zinsen tief lassen und will mehr als eine Billarde Euro bis Mitte 2016 in den Markt pumpen; sehr zur Freude der Aktienmärkte.

Aber auch die Entwicklung der DAX-Unternehmen ist in den letzten Jahren allgemein positiv. Deutschland konnte den Krisen gut trotzen und auch der schwache Euro hilft vor allen den Exportunternehmen. Es steht meist ein solides Unternehmen hinter einem hohen Kurs. Anleger können also immer noch in Aktien investieren, ohne einen großen Crash fürchten zu müssen.

Leicht kritischer sieht die Situation bei Immobilien aus. Während in ländlichen Gebieten die Preise immer weiter in den Keller gehen, zeigt sich in urbanen Gebieten die genau gegenläufige Entwicklung. In Ballungsgebieten wie Berlin oder München steigen die Quadratmeterpreise weiter an. Die Regierung versuchte jüngst mit der Mietpreisbremse einen Riegel davor zu scheiben; der Erfolg bleibt abzuwarten. Doch trotz steigender Preise seit Jahren, zeigen sich auch hier die Experten recht unbeeindruckt. Viele sehen eine normale Entwicklung, bedingt durch die derzeit sehr günstigen Baufinanzierungen und steigende Einkommen. Eine Blasenbildung ist in einzelnen Regionen zwar möglich, auf ganz Deutschland bezogen jedoch nicht wahrscheinlich.

Die Angst vor Blasen ist hauptsächlich dadurch begründet, dass es bereits seit mehreren Jahren keinen großen Crash mehr gab und die Zeit sozusagen wieder reif dafür wäre. Stichhaltige Argumente dafür lassen sich jedoch kaum finden und private Anleger sollten sich davon weitgehend unbeeindruckt zeigen.

------------------------------------------------------------------------------------------
Mitteilung übermittelt von der V-Bank, die Bank der Vermögensverwalter.
Für deren Inhalt die V-Bank alleine verantwortlich ist.

sponsored by
Börse Düsseldorf

Mehr Marktdaten und Kurse finden Sie auf www.finanztreff.de