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20.04.2015 - 10:11

Die Zukunft der Automobilbranche

von Hubert Thaler, TOP Vermögen AG, Starnberg

Elektromobilität, selbstfahrende Autos, Car-Sharing und die neue Konkurrenz aus Fernost werden die Automobilbranche in der nächsten Dekade komplett verändern. Zwar stehen Premiumhersteller wie BMW, Daimler und Audi derzeit hoch im Kurs, Investoren sollten aber das große Bild nicht aus den Augen verlieren.

So kommen die neuen automobilen Konkurrenten für deutsche Autobauer aus Indien und China. Die hiesigen Hersteller sollten sie nicht unterschätzen, auch wenn Tata Motors, Geely und Co. in den vergangenen Jahren keine ernsthafte Konkurrenz darstellten - von den Übernahmen von Land Rover und Volvo einmal abgesehen. Das könnte sich ändern. Der chinesische Automobilmarkt schickte sich in den vergangenen Jahren an, die USA als weltgrößten Automobilmarkt zu überholen und auch für deutsche Hersteller kann sich Wohl oder Wehe am chinesischen Markt entscheiden.

Beispiel E-Auto: Eine Millionen Autos mit Elektroantrieb sollen sich bis 2020 auf deutschen Straßen bewegen, kündigte die Bundeskanzlerin einmal an. Die Realität ist davon noch weit entfernt. Teilweise mag man am politischen Willen zweifeln. Hat es sich die Bundesregierung mit den Mineralölsteuereinnahmen doch recht gemütlich gemacht. Diese drohen bei der Umstellung auf Elektroantrieb wegzufallen. Zudem versteht es aktuell fast nur das US-Start-Up Tesla erfolgreich auf der Welle der Elektromobilität zu reiten.

Häufig unterschätzt wird gerade aus Investorensicht das "selbstfahrende Auto". Da rund 90 Prozent aller Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, hat die KfZ-Versicherungsindustrie ein natürliches Interesse, intelligente Systeme ans Steuer zu lassen. Nicht nur Google hat bereits erfolgreiche Tests mit selbstfahrenden Autos gemacht. In vielen neuen Serienmodellen wird bald ein ADAS (Advanced Driver Assistance System) enthalten sein, das mit Hilfe von Kameras und Sensoren selbstständig Kollisionen vermeidet und die Spur hält. Die zunehmende Bedeutung von Software im Automobil wird zeigen, inwieweit die bisherigen Kernkompetenzen der globalen Automobilhersteller noch Bestand haben werden.

Zudem verlieren gerade ein Großstädten junge Menschen das Interesse an einem eigenen Auto. Car-Sharing, das heißt die Ausleihe eines vor Ort geparkten Fahrzeuges, gewinnt damit zunehmend an Bedeutung. Kein Wunder, dass die Hersteller auf diese tektonische Verschiebung mit eigenen Angeboten reagieren. Haben BMW, Daimler und Co. doch festgestellt, dass schon bisher einzelne Großkunden wie der Autovermieter Sixt enorme Preisnachlässe verhandeln können.

Insgesamt wird es in der Automobilbranche aufgrund der vielen sich verändernden Nachfragemuster zahlreiche neue Gewinner, aber auch schmerzliche Verlierer geben. An diesem Markt sollten Investoren nahe dran bleiben. Auch wenn viele Automobilkonzerne noch zu den günstigeren Aktien gehören, könnte sich kaufen und zehn Jahre halten als ziemlich fatal erweisen.



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