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20.10.2014 - 09:29

Trotz politischer Krisen – der Ölpreis sinkt!

von Baris Bekar, IPAM - Institut für professionelles Asset Management in Essen

Die Welt ist erdölabhängig. Die Menge des verwendeten Brennstoffs entspricht ca. 88 Millionen Barrel pro Tag, das sind 44 Supertanker. Dieser Verbrauch ist langfristig nicht aufrecht zu erhalten, weil der Rohstoff endlich und nur in begrenzter Menge vorhanden ist. Dies wird durch das bereits 2006 überschrittene Fördermaximum (Peak-Oil) der traditionellen Förderung deutlich.

Seit 2006 wurde die Erdölproduktion, trotz der Tatsache, dass es zwischenzeitlich einen Preisanstieg gab, nicht erhöht. Die Vergangenheit zeigt, dass gerade Preisanstiege des Rohstoffs zu einer erhöhten Förderung geführt haben. Diese Reaktion ist allerdings seit dem Peak-Oil nicht mehr möglich. Doch wie erklärt sich ein Rückgang des aktuellen Preises, wenn globale Krisen und das Fördermaximum eigentlich dazu führen sollten, dass der Ölpreis steigt?

Seit Juni 2014 hat der Erdölreferenzwert einen Verlust von ca. 20 Prozent erlitten. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein entscheidender Faktor ist, dass es aktuell keinen Mangel, sondern eher ein Überangebot an Erdöl gibt. Die momentanen Krisen, wie die politisch hitzige Lage Russlands, der Krieg im Nahen Osten und die Ebola Epidemie in Afrika beeinträchtigen die Erdölversorgung derzeit nicht. Ein weiterer Grund ist die neue Situation der USA.

Die USA sind immer noch der größte Ölverbraucher der Welt und galten bis vor wenigen Jahren noch als wichtigster Abnehmer für viele Erdölförderländer. Dies hat sich drastisch geändert. Die USA gehören nun - durch die Ölförderung durch Schiefergas, die mittels der umstrittenen Fracking-Methode realisiert wird - zu den Exporteuren von Öl. Dies hat zwangsläufig zu einem Nachfrageabfall auf dem Weltmarkt geführt. Nicht zu vernachlässigen sind auch die schwachen Wirtschaftszahlen in Europa und eine für chinesische Verhältnisse schwache Wachstumsrate von 7,6 Prozent. Auf diesem niedrigen Niveau war die chinesische Wirtschaft seit Jahrzehnten nicht mehr. Ebenso bleiben auch die Schwellenländer hinter den Erwartungen der Ölnachfrage.

Die wirtschaftlichen Schwächephasen, vor allem die Europas, tragen einen großen Teil zur Ölnachfrage und damit auch zur Ölpreisbildung bei, ebenso wie der starke US-Dollar. Da Rohstoffgeschäfte in US-Dollar abgewickelt werden und dieser derzeit einen Aufschwung erlebt, führt dies zu einer verteuerten und somit geringeren Nachfrage.

Doch wie geht es nun weiter? Denn der niedrige Ölpreis hat durchaus seine Tücken für bestimmte Staaten. Während viele Ölimporteure davon profitieren, sind Ölexporteure davon schwer getroffen. Einige dieser Staaten sind Mitglied in der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries), die am 27. November 2014 über die Lage beraten wird. Saudi-Arabien, ein bedeutsames Mitglied der OPEC hofft, dass es die Marktanteile bei diesem Preis halten kann (ein Drittel der OPEC-Ölproduktion). Somit würde die Ölförderung an Attraktivität verlieren und dem neuen und großen Konkurrenten aus den USA schaden.



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