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05.06.2014 - 20:14

2 historische Ereignisse in 50 Minuten...

Schwankungsbreite steigt!

von Thomas Böckelmann, CEFA,Geschäftsführender Gesellschafter, veitsberg Gesellschaft für Vermögensbetreuung mbH in Ravensburg

Um 13:45 Uhr hat die Europäische Zentralbank EZB den Einlagenzinssatz für Banken auf einen negativen Satz, -0,1 Prozent, gesenkt. Während der folgenden Pressekonferenz hat der deutsche Aktienindex DAX um 14:35 Uhr erstmals die Marke von 10.000 Punkten geknackt.

Die Eurozone leidet unverändert unter extrem schwachem Wirtschaftswachstum. Deutschland bildet innerhalb der Staatengemeinschaft eine Ausnahme und profitiert von den harten Reformeinschnitten der Agenda 2010 sowie von der international gefragten hohen Produktqualität seiner exportorientierten Industrien.

Aus Sicht der EZB sind für die aktuelle Situation folgende drei Faktoren hauptverantwortlich:

1. Fehlende strukturelle Reformen in den Euroländern

2. Zu geringes Kreditangebot für die Realwirtschaft

3. Zu starker Euro

Seit Ausbruch der Finanzkrise tut die EZB alles, um die Kapitalmärkte zu beruhigen, die Wirtschaft zu unterstützen und somit der Politik die notwendige Zeit für Reformen zu kaufen. Auch die heutigen Schritte, verbunden mit der eindeutigen verbalen Anmahnung weiterer Reformen, müssen entsprechend eingeordnet werden. Nachdem die jüngste Europa-Wahl jedoch gezeigt hat, dass ein Durchsetzen von Reformen in der Tendenz mit Stimmenverlust bestraft wird, bleibt es spannend, welche visionären Antworten das neu zu formierende Europäische Parlament auf die Herausforderungen geben und welches Land richtungsweisende Impulse setzen kann.

Die EZB kann den Reformprozess nur anmahnen und begleiten. Die heute getroffenen Zinsentscheidungen sollen daher das allgemeine Kreditangebot verbessern und aufgrund der Zinsdifferenz zum US-Dollar den Euro international schwächen, um die Exportindustrien zu stützen. Insofern haben wir heute eine weitere Maßnahme im Abwertungswettkampf der Währungen gesehen, in dem bislang die USA und Japan die Nase vorn haben.

Der negative Einlagenzins wird seit Tagen in deutschen Medien als Bedrohung für den deutschen Sparer verkauft. Dabei dürfte die Auswirkung für die Anlagezinssätze eher begrenzt sein. Diese sind ohnehin so niedrig, dass nach Abzug von Kosten, Steuern und Inflation Geld vernichtet wird. Vielmehr wird durch den Negativzins, der auch schon in Dänemark und der Schweiz ausprobiert wurde, ein Signal gesetzt, welches wirtschaftsphilosophisch außerordentlich fragwürdig ist. Wer den Zinssatz nur als Mietzahlung für Geld versteht, kommt zu dem Ergebnis, dass ein negativer Zins die Wertlosigkeit von Geld dokumentiert. Aber dieser Negativzins wird nur für die Geldanlagen eingerichtet, welche die Banken bei der EZB unterhalten.

Seit Ausbruch der Finanzkrise ist das Vertrauen unter den Banken gestört. Verfügbare Liquidität wird nicht bei anderen Banken angelegt sondern bei der Zentralbank. Angesichts der unverändert hohen Unsicherheiten einerseits, dem Reformzwang durch die Aufsichtsbehörden andererseits, wird von den Banken vergleichsweise viel Liquidität gehortet. Ferner hat die EZB beobachtet, dass zahlreiche südeuropäische Banken vorzugsweise politisch garantierte Staatsanleihen gekauft haben, statt die heimische Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.

Der Negativzins soll hier als Strafzins verstanden werden und die Banken animieren, das Geld zu verleihen statt bei der EZB zu parken.

In der Folge zwingt die EZB die Banken in einen großen Spagat. Zum einen verlangen die Aufsichtsbehörden einen Abbau der Risiken, das heißt Reduzierung der Kreditvergabe. Zum anderen verlangen Politiker zwar Kreditvergaben, sind aber glücklich über jeden Euro, den die Banken in Staatsanleihen investieren, um die Defizite auszugleichen. In der Folge dürfte der Negativzins nichts bewirken. Ungesunde Banken können sich einen Ausbau der Kreditrisiken unverändert nicht leisten - gesunde Banken dürften ohnehin wenig Anlagen bei der EZB unterhalten. Die EZB allein kann jedoch die Schieflage der Eurozone nicht retten. Es ist die Politik, die handeln und überzeugen muss.

Fazit: Die Alternativlosigkeit der Aktie wird weiter gestützt ABER die Wertschwankungen dürften zunehmen, da jetzt die Politik liefern muss...

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