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30.11.2015 - 10:01

Zinstief: Nicht Investieren ist oft riskanter

von Dr. Hannes Peterreins, Vermögensverwalter und Geschäftsführer der Dr. Peterreins Portfolio Consulting GmbH in München

Privatanleger halten die Börse für gefährlich und riskant. Damit haben sie sicherlich auch insofern recht, als es an den Aktienmärkten immer wieder zu großen Kursschwankungen kommt. Besonders dramatisch erscheinen vielen Menschen Crash-Phasen.

Dies ist auch kein Wunder, denn genau in Zeiten hoher Kursturbulenzen stehen die Märkte nicht selten im Fokus der Medien. Aufwärtsphasen hingegen finden sehr häufig nur eine untergeordnete Aufmerksamkeit. Dazu kommt, dass viele Menschen naturgemäß große Angst vor Verlusten haben. Entgangene Gewinne hingegen empfinden die meisten als weniger schlimm.

Daher gibt es immer wieder Anleger, die eigentlich in Aktien investieren möchten, aber sich nicht schlüssig über den richtigen Zeitpunkt werden. Man will ja einerseits nichts verpassen, andererseits will man größere Verluste unbedingt vermeiden. Gerade nachdem, die Aktienkurse bereits gut gelaufen sind, glauben viele, dass doch jetzt irgendwann wieder ein Rückschlag kommen müsse. Das ist ähnlich wie beim Roulette: Ist 20 Mal hintereinander "Rot" gekommen, so meinen viele Spieler, dass ein baldiges "Schwarz" eigentlich unvermeidbar ist.

In der Wissenschaft wird dieser Glaube auch als "Gamblers's Fallacy" bezeichnet, der Irrtum dies Spielers. Um einen Irrtum handelt es sich nämlich deswegen, weil die Roulette-Kugel mit Sicherheit nicht durch vorhergehende Ergebnisse am Spieltisch beeinflusst wird.

Als Anleger tut man auch sehr gut daran, nicht zu glauben, dass bisherige Kursentwicklungen irgendeinen Einfluss auf das künftige Marktgeschehen haben. Klüger ist es, Timing-Versuche zu unterlassen und langfristige Anlageentscheidungen zu treffen. Man sollte in Kauf nehmen, dass man heute investiert und - wenn es schlecht läuft - morgen bereits der große Crash stattfindet. Das ist nämlich nie auszuschließen. Denkt man aber langfristig, so kann man zwischenzeitliche Kursverluste normalerweise ohne weiteres einfach aussitzen.

Schlimmer hingegen ist das Warten auf den richtigen Einstiegszeitpunkt. Das zehrt erstens an den Nerven. Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einem die Kurse uneinholbar davonlaufen. Und rational betrachtet sind dann doch entgangene Gewinne mindestens so schlimm wie Verluste. Nur dass die Verluste erfahrungsgemäß irgendwann wieder ausgeglichen sind, entgangene Gewinne aber uneinholbar bleiben.

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Mitteilung übermittelt von der V-Bank, die Bank der Vermögensverwalter.
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