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01.10.2014 - 09:31

Bewertungsreserven bei Versicherungen: Der endgültige Todesstoß

von Manuel Peiffer, GVS Financial Solutions GmbH in Dreieich

Der Bundestag hat kürzlich Reformen im Bereich der Lebensversicherungen beschlossen. Unter anderem betrifft dies die Bewertungsreserven. Diese Reserven entstehen, wenn der Marktwert einer Kapitalanlage, welche der Versicherer abgeschlossen hat, über dem Ankaufswert liegt. Nach bisherigem Recht sind die Lebensversicherer seit 2008 dazu verpflichtet, Kunden mit auslaufenden oder gekündigten Verträgen zu 50 Prozent an den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Bewertungsreserven zu beteiligen.

Durch die aktuell sehr niedrigen Zinsen, sind die Kurse für ältere Staats- und Unternehmensanleihen stark gestiegen, da diese noch deutlich höhere Kupons auszahlen als Anleihen die jetzt ausgegeben werden. So sind in den letzten Jahren signifikante Bewertungsreserven entstanden, die den Kunden mit auslaufenden oder gekündigten Verträgen bisher ausgezahlt werden mussten. Aufgrund des massiven Drängens der Versicherungen wurde dies nun gekippt. Die Versicherungskonzerne argumentieren, dass sie die Garantieleistungen für ältere Lebensversicherungsverträge in der jetzigen Niedrigzinsphase nicht leisten können, wenn die Kunden wie bisher zur Hälfte an den Bewertungsreserven beteiligt werden.

Die Gesetzesänderung wird dazu führen, dass die Bewertungssummen bei den Versicherungen bei der Auszahlung geringerer ausfallen können als bisher ausgewiesen. Wie hoch der Abschlag ausfällt, ist jedoch individuell unterschiedlich und von Vertrag sowie Versicherungsgesellschaft abhängig. Die Versicherungsnehmer haben grundsätzlich weiterhin Anspruch auf eine Beteiligung an den Bewertungsreserven der festverzinslichen Wertpapiere, insofern der Versicherer diese Reserven nicht benötigt, um die versprochenen Garantieleistungen zu erfüllen. Zum aktuellen Zeitpunkt kann nicht mit Gewissheit vorausgesagt werden, bei welchem Versicherer die Kunden mit einer Kürzung der Bewertungsreserven rechnen müssen. Es ist möglich, dass einige Unternehmen die Beteiligung an den Reserven kürzen oder ganz streichen. Dies ist aber an Bedingungen geknüpft. So müssen die Eigentümer der Versicherer gleichermaßen auf ihre Gewinnausschüttung verzichten. Börsennotierte Lebensversicherer müssten beispielsweise die Dividenden kürzen, um die Garantien zu gewährleisten.

Kunden mit bestehenden Verträgen stellen sich natürlich die Frage, ob der Vertrag noch bis Ende 2014 gekündigt werden soll, um noch von den hohen Bewertungsreserven zu profitieren. Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden und hängt von mehreren Faktoren ab. Eine erste Indikation kann der Vergleich des aktuellen Rückkaufwerts mit den früheren Prognosen sein, der bei der Versicherung angefragt werden kann. Besonders Kapitallebensversicherungsverträge mit zwölf Jahren Laufzeit die Ende 2004 geschlossen wurden und somit 2016 auslaufen, sollten von unabhängiger Seite geprüft werden.

Wer zukünftig Kapitallebensversicherungen abschließen möchte, sollte sich die Frage stellen, ob sich dies lohnt. Ab dem 1. Januar 2015 sinkt der Garantiezins von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent. Bei der zu erwartenden Inflation ist es ratsamer, in Sachwerte wie Aktien, Edelmetalle oder Immobilien zu investieren.



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