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21.07.2014 - 08:32

Pro & Contra: DAX-Performance-Index

Pro: Dividende ist wichtiger Renditefaktorvon Manuel Peiffer, Relationshipmanagement, GVS Financial Solutions GmbH in Dreieich

Beim Performanceindex werden im Vergleich zum reinen Kursindex alle Dividenden und Ausschüttungen oder Bezugsrechte sofort wieder in Aktien des Index investiert, so dass der Zinseszinseffekt optimal genutzt werden kann. Der Vorteil dieser Methode ist klar: Der Index kann durch Dividendenzahlungen selbst dann steigen, wenn sich der Kurs der im Index enthaltenen Aktien nicht erhöht. Da die Dividende ein wichtiger Renditefaktor ist, sollte diese im Index berücksichtigt werden. So ist eine realistischere Darstellung der Rendite möglich.

Dies kommt vor allem Kleinanlegern zu Gute, die nicht die Möglichkeit haben geringe Mittelzuflüsse aus Dividende kostengünstig neu anzulegen. Investieren Sie beispielsweise via ETF in einen Performanceindex wie den DAX oder dem Schweizer SMI, so wird die Dividende kostengünstig reinvestiert.

Darüber hinaus eignet sich ein Performanceindex sehr gut als Benchmark. Nutzt ein Fondsmanager oder ein Vermögensverwalter einen reinen Kursindex, wie beispielsweise den Dow Jones als Vergleichsgröße, so wird das Ergebnis verfälscht, da Dividenden nicht berücksichtigt werden.

Aktuell ist der Begriff "neuer Höchststand beim Dax" in aller Munde. Dieser Höchststand kommt aber nur zu Stande, da es sich um einen Performanceindex handelt. Würde für den Dax ein Kursindex berücksichtigt, wäre der Höchststand aus dem Jahr 2007 noch nicht erreicht.

Der Performanceindex hat auch steuerliche Vorteile. Während der Direktanleger seine Dividenden sofort versteuern muss, fällt die Steuer hier nicht oder zumindest nicht sofort an.

Wer den Index noch vor 2009 gekauft hat, wird somit auf Lebenszeit beim Verkauf seines Indexzertifikats oder Dax-ETF sämtliche Dividenden steuerfrei vereinnahmen dürfen. Aber selbst wer jetzt erst kauft, erhält mit dem Dax zumindest einen Steuerkredit. Denn seine Dividenden müssen nicht sofort besteuert werden wie beim Direktanleger, was dessen Wiederanlagesumme deutlich schmälert.

Contra: Schafft den Index wegen Irreführung ab!von Wolfgang Köbler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung, Nürnberg

10.000 Punkte im Performance-DAX - die Rekordmeldung im Juni hat mehr Anleger verschreckt als erfreut. Ohnehin ist das Misstrauen gegenüber Aktien seit Jahren ungerechtfertigt hoch. Nicht einmal sechs Prozent des deutschen Geldvermögens sind in Aktien investiert - aber mehr als ein Drittel liegt auf nahezu unverzinsten Bankkonten.

Dabei führt der Hype um den Indexrekord in die Irre. Denn die vermeintlich große Hausse im Performance-Dax nährt sich ganz wesentlich aus den thesaurierten Dividenden.

Der in den Medien kaum beachtete Kurs-DAX, der die reine Kursentwicklung der enthaltenen Aktien abbildet, erreichte sein Rekordhoch im März 2000 bei etwa 6.200 Punkten. Danach ging es bis auf ca. 2.000 Punkte talwärts. Aktuell steht der Kurs-DAX wieder bei über 5.100 Punkten. Diese Entwicklung spiegelt die Realität der deutschen Konzerne wesentlich besser wider. Nur erfahren das die meisten Deutschen in den Medien nicht.

Keiner der bedeutenden anderen Aktienindizes weltweit - ob Dow Jones, Nikkei 225 oder EUROSTOXX 50 - berücksichtigt jedoch die ausgeschütteten Gewinne der Unternehmen. Trotzdem fokussieren die Medien hierzulande in ihrer Berichterstattung ausschließlich auf den Performance-DAX. So werden aber Äpfel mit Birnen verglichen. Es entsteht der - falsche - Eindruck, die Kurse der deutschen Top-30-Unternehmen seien schon zu weit gelaufen. Die Furcht vor dem Platzen einer Börsenblase schreckt die privaten Anleger weiter ab.

Doch so verliert ihr Vermögen weiter an Kaufkraft, denn die Minizinsen auf Tages- und Festgeld gleichen die Inflation nicht aus. Und dieser Effekt wirkt volkswirtschaftlich, gerade mit Blick auf die Altersvorsorge, erheblich schwerer als der individuelle steuerliche Vorteil einiger weniger Anleger, die 2008 oder noch früher in Zertifikate auf den Performance-DAX investiert haben.

Deshalb: Schafft den Performance-Dax ab - wegen Irreführung der Verbraucher!

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