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27.02.2019 - 08:34

Was der Brexit für Fondsanleger bedeutet

Der Countdown zum Brexit läuft. Nachdem die Mehrheit der Briten für den
Austritt aus der EU stimmte, führen die EU und UK Trennungsgespräche. Ob
und auf welche Art und Weise Großbritannien im März 2019 die EU verlassen
wird, ist offen. Seit dem Referendum fragen sich Anleger von britischen
Fonds,
ob sich mit einem Brexit rechtlich etwas für sie ändert. Für deutsche
Anleger,
die in Fonds investiert sind, die in Großbritannien aufgelegt wurden,
zeichnen
sich keine Änderungen ab. Darauf weist die Aktion "Finanzwissen für alle"
der
im BVI organisierten Fondsgesellschaften hin. Was bedeutet der Brexit für Neuanleger? Bei Neuanlagen in britische Fonds
-
auch im Rahmen laufender Sparpläne - sind je nach Ausgang der
Verhandlungen künftig Änderungen möglich. Diese hängen konkret vom
rechtlichen Status ab, den Großbritannien aushandeln wird. Bei einer
Mitgliedschaft im europäischen Wirtschaftsraum bliebe alles beim Alten.
Als
"Drittstaat" wie die USA und die Schweiz müssten UK-Fonds ein aufwändiges
Anzeigeverfahren bei der nationalen Aufsichtsbehörde BaFin durchlaufen. Im Falle einer Einigung auf diesen Status würden sich Äderungen aber
voraussichtlich erst nach dem Jahr 2020 ergeben.
Können sich EU und Großbritannien nicht einigen, hätten danach britische
Fonds ebenfalls den gleichen Status wie Fonds aus anderen Drittstaaten,
beispielsweise den USA - dies aber unmittelbar mit dem Brexit. Die
Zulassung
obliegt dann in beiden Fällen den jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden.
Der
Prozess ist aufwändiger und komplexer als derzeit im europäischen
Binnenmarkt, aber nicht unmöglich.
Eine Einschränkung des Vertriebs britischer Fonds sollte die
Auswahlmöglichkeiten für deutsche Anleger kaum beeinträchtigen, denn in
Großbritannien domizilierte Fonds spielen in Deutschland derzeit nur eine
geringe Rolle. Lediglich 209 der rund 10.622 EU-(Teil-) Fonds, die in
Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind, stammen aus
Großbritannien. Zudem können britische Anbieter auch Niederlassungen in
der
EU nutzen oder gründen und dann deren Produkte mit einem "EU-Pass"
verkaufen. Nach dem Brexit ergeben sich auch steuerlich weder für Alt-
noch
für Neuanleger Änderungen.
Auch für britische Anleger, die bereits in Fonds investiert sind, die in
einem
europäischen Land (außer UK) aufgelegt wurden, zeichnen sich nach dem
Austrittsvotum keine Änderungen ab. Im Fondsvertrieb von EU-Fonds in
Großbritannien sind im Falle von Neuanlagen für britische Anleger abhängig von dem rechtlichen Status, den Großbritannien aushandeln wird, Änderungen möglich. Bei einer Mitgliedschaft Großbritannien im europäischen
Wirtschaftsraum bliebe beispielsweise alles beim Alten. Würde UK
allerdings
ein "Drittstaat" wie die USA und die Schweiz, gäbe es für das Land
zunächst
einmal keine Verpflichtung, den Vertrieb von EU-Fonds zuzulassen.
Vorstellbar
wären Abkommen zwischen England und EU-Staaten, die den gegenseitigen
Marktzutritt für Fondsprodukte individuell regeln.
Können sich EU und Großbritannien nicht einigen, müsste künftig die
britische
Aufsichtsbehörde über die Vertriebszulassung von EU-Fonds entscheiden. Mit dem "Temporary Permissions Regime" bereitet das Vereinigte Königreich
bereits den Weg dafür. Um eine Einigung zu erreichen, könnten EU und
Briten
allerdings die Verhandlungsfrist aber immer noch verlängern.
Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI unter
www.bvi.de/finanzwissen.
Diese Meldung ist Teil der Serie "Finanzwissen für alle". --------------------------------------------------------------------------------------------- Folgen Sie uns auf LinkedIn:
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