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22.01.2015 - 13:03

Börse Düsseldorf schafft im Primärmarkt eine neue Plattform für Unternehmensanleihen

Die Börse Düsseldorf reagiert auf die negativen Entwicklungen bei kleinen und
mittleren Anleihen im deutschen Finanzmarkt und schafft mit dem Primärmarkt ein
Segment, in dem künftig Unternehmen und erfahrene Anleger auf Augenhöhe
zueinander finden können. Dirk Elberskirch, Vorsitzender des Vorstands der
Börse Düsseldorf AG: "Es wäre falsch diese Form der Unternehmensfinanzierung
von der Börse zu verbannen, denn insbesondere durch die zunehmende Regulierung
brauchen Unternehmen Alternativen für langfristige
Fremdkapitalfinanzierungen." Elberskirch weiter: "Diese neue Segmentierung soll
Anlegern die mit einer Investition verbundene Risikoposition noch deutlicher
machen, aber auch ein Angebot an besonders bonitätsstarke Unternehmen sein, die
mit ihren Zinssätzen deutlich unter dem bisher in diesen Segmenten Üblichen
liegen."

Der Primärmarkt ist ein Listingsegment im Freiverkehr der Börse Düsseldorf, in
dem sowohl Aktien, Anleihen als auch weitere Produkte wie z.B. Genussscheine
notieren. "Emittenten im Primärmarkt haben sich durch das Regelwerk der Börse
dazu verpflichtet, besondere Publizitätsstandards einzuhalten und den Anleger
fortlaufend mit allen wichtigen Informationen rund um das Unternehmen zu
versorgen. Diese Transparenz wollen wir bei Anleihen kleinerer und mittlerer
Unternehmen noch verbessern", sagt Thomas Dierkes, Vorstand der Börse
Düsseldorf. 

Subsegmente gemäß der Emissionsrendite

Um die Wahrnehmung von Risiken, insbesondere für Privatanleger zu verbessern,
wurden im Primärmarkt für das Listing von Unternehmensanleihen drei Subsegmente
geschaffen. In welches Subsegment eine Anleihe eingeordnet wird, hängt vom
Abstand der Emissionsrendite zum risikolosen Referenzzins, dem
Durchschnittszinssatz der 3- bis 5jährigen Bundesanleihen, ab. Die Subsegmente
sind mit den Buchstaben A, B und C neutral benannt. Sie sind wie folgt
definiert: In den Primärmarkt A können Anleihen aufgenommen werden, deren
Emissionsrendite maximal bis zu 2 Prozent über dem risikolosen Zins liegt, in
Primärmarkt B die Anleihen, deren Emissionsrendite zwischen 2 und 4 Prozent
beträgt und in Primärmarkt C alle Papiere, deren Emissionsrendite einen Abstand
von mehr als 4 Prozent zum risikolosen Zins aufweist. Laufende Anpassungen
dieser Zuordnung erfolgen nicht. Nachfolgende Anleihen desselben Emittenten
werden unabhängig von der Voremission entsprechend der beschriebenen Systematik
neu eingeordnet.

Die Emittenten erfüllen die Regelpublizität bestehend aus Jahres- und
Halbjahresberichten sowie den Ad hoc-Informationen. Die Verpflichtung für ein
Rating besteht künftig nicht mehr, dafür  werden die Angaben zur genauen
Ausgestaltung der Anleihe bezüglich Sicherheiten, Garantien und Covenants
deutlicher herausgestellt und die Emittenten liefern bestimmte Finanzkenn­
zahlen gemäß "DVFA Bondkommunikation". Alle Angaben zu den Emissionen werden
auf der Internetseite der Börse auf der obersten Ebene der jeweiligen Anleihe
veröffentlicht. Anleger können sich damit auf einen Blick ein umfassendes Bild
machen und auch die historische Entwicklung der Daten verfolgen. Da die
Informationen sehr verständlich dargestellt werden, können Privatanleger
künftig Chancen und Risiken noch klarer als bisher erkennen und ihre
Entscheidungen besser informiert treffen. Eingerichtet wurde die Website
www.primaermarkt.de, die in den kommenden Wochen ausgebaut und laufend um
Informationen ergänzt wird.

Der Primärmarkt ist auch die neue Heimat für Unternehmensanleihen, denen
bislang das Segment "mittelstandsmarkt" zur Verfügung stand. Mit der
Einstellung des mittelstands-marktes wechseln die Emittenten eno Energie,
Euroboden, Friedola, Hahn Immobilien, Hallhuber und Seidensticker in den
Primärmarkt. Die übrigen Emittenten werden ihre Notierung im allgemeinen
Freiverkehr der Börse fortführen. Auch Unternehmensanleihen aus dem bisherigen
Primärmarkt, wie beispielsweise die Anleihe der StudierendenGesellschaft
Witten/Herdecke sind im "neuen" Primärmarkt dabei.

Kontakt:

Börse Düsseldorf AG
Ulrike Germann

Pressesprecherin
Ernst-Schneider-Platz 1
40212 Düsseldorf
Tel. +49-(0)211-1389-217
germann@boerse-duesseldorf.de
http://www.boerse-duesseldorf.de

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