23.05.2013 - 18:11
Tiefrot haben sich Europas Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel verabschiedet. Ängste über ein baldiges Ende der Anleihekäufe durch die US-Notenbank, schwache Wirtschaftsdaten aus China und der Einbruch des Nikkei-Index in Japan um mehr als 7 Prozent drückten die Märkte. Kein einziger Blue-Chip-Index in Europa schloss im Plus. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 2,1 Prozent auf 2.777 Punkte, der DAX um 2,1 Prozent auf 8.352 Zähler. Von noch tieferen Kursen erholten sich die Aktien dank stabiler US-Börsen. Dort waren die US-Neubauverkäufe und die Arbeitsmarktdaten besser als erwartet ausgefallen.
Für Verwirrung sorgten Aussagen von Fed-Präsident Ben Bernanke vom Vorabend: "Bisher wurde davon ausgegangen, dass die Fed erst mit dem Erreichen einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent das Anleihekaufprogramm zurückfahren wird", kommentierte ein Händler. Mit dieser Quote wurde frühestens Ende des Jahres gerechnet. Dann jedoch schloss Bernanke nicht aus, dass die Diskussion über das Ende des Anleihekaufprogramms bereits in den kommenden Monaten beginnt.
In China fiel zudem der HSBC-Einkaufsmanagerindex unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten auf den tiefsten Stand seit 7 Monaten. "Die Daten zeigen deutlich, dass das globale produzierende Gewerbe an Fahrt verloren hat", kommentiert Jan von Gerich, Analyst bei Nordea. Diese Gemengelage belastete die Aktienmärkte international.
Die europäischen Konjunkturdaten sorgten im Tagesverlauf für keine Besserung, obwohl der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im Mai besser als erwartet ausfiel. Der deutsche Index verbesserte sich leicht, kräftig nach oben ging es sogar in Frankreich. Zumindest der Euro honorierte dies mit einem Anstieg auf 1,2930 Dollar. An den Anleihemärkten stieg die Rendite deutscher Anleihen auf 1,44 Prozent.
Anleger hoffen nun auf den ifo-Geschäftsklima-Index am Freitag. Eine positive Überraschung hier wäre ein gutes Vorzeichen für das Wachstum im zweiten Quartal. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass der ifo-Index im Mai auf dem Vormonatsniveau von 104,4 Punkten stagniert hat, nachdem er in den beiden Vormonaten jeweils gesunken ist. Ein dritter Rückgang in Folge könnte die Märkte dagegen kräftig unter Druck bringen: Er würde einen konjunkturellen Wendepunkt signalisieren.
Heftige Verluste von über 3 Prozent trafen im Stoxx-600 besonders konjunktursensible Branchen wie Banken, Autos und den Rohstoffsektor. Letzterer war mit 3,4 Prozent Minus schwächster Sektor in Europa. Händler machten dafür die chinesischen Daten verantwortlich. "Damit dürfte die Nachfrage aus dem Reich der Mitte weiter ausbleiben", so ein Händler mit Verweis auf den heftigen Kohle- und Stahlimport der Chinesen. Glencore, Rio Tinto und AngloAmerican verloren zwischen 4 und 5 Prozent. Auch der Goldpreis stützte sie kaum: dessen Erholung hielt sich in Grenzen mit einem Anstieg vom Vortagsniveau von 1.369 auf 1.385 Dollar je Feinunze.
Auch bei den Top-Performern der vergangenen Woche wurde die Notbremse gezogen. Ganz oben bei den Verlierern standen die Autowerte. Peugeot-Citroen brachen um 5,3 Prozent ein, Fiat um 4,1 Prozent. BMW und VW fielen um je 2,6 Prozent, Daimler 3,3 Prozent.
Finanzwerte wie Allianz gaben 3,5 Prozent nach. Deutsche Bank fielen am Tag der Hauptversammlung um 3,4 Prozent. Hauptverlierer waren aber die italienischen Branchenmitglieder wie Intensa Sanpaolo und Unicredit, die bis über 4 Prozent einbüßten.
Daneben schlugen Umstufungen von Analysten auf die Kurse durch. So hat die UBS die Aktie von Celesio zum Verkauf empfohlen. Der Kurs brach um 4,6 Prozent ein. Merck KGaA im DAX profitierten dagegen von einer Hochstufung durch Morgan Stanley auf "Übergewichten". Die Aktien legten gegen den Markt um 0,3 Prozent auf 123,90 Euro zu.
Europäische Schlussbörsen vom Donnerstag, 23. Mai
.
. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2.776,78 -58,23 -2,1% 5,3
. Stoxx-50 2.783,81 -58,77 -2,1% 8,0
. Stoxx-600 303,99 -6,60 -2,1% 8,7
Frankfurt XETRA-DAX 8.351,98 -178,91 -2,1% 9,7
London FTSE-100 6.696,79 -143,48 -2,1% 13,5
Paris CAC-40 3.967,15 -83,96 -2,1% 9,0
Amsterdam AEX 365,22 -6,89 -1,9% 6,6
Athen ATHEX-20 351,92 -15,88 -4,3% 13,6
Brüssel BEL-20 2.705,29 -41,35 -1,5% 9,3
Budapest BUX 18.987,22 -89,18 -0,5% 4,5
Helsinki OMXH-25 2.388,17 -67,41 -2,7% 8,1
Istanbul ISE NAT. 30 112.785,56 -2555,75 -2,2% 15,4
Kopenhagen OMXC-20 543,23 -10,62 -1,9% 9,5
Lissabon PSI 20 6.041,82 -70,18 -1,2% 5,6
Madrid IBEX-35 8.462,40 -118,80 -1,4% 2,2
Mailand FTSE-MIB 17.008,42 -537,04 -3,1% 4,5
Moskau RTS 1.400,84 -61,09 -4,2% -8,3
Oslo OBX 448,55 -7,67 -1,7% 9,3
Prag PX 978,96 -10,43 -1,1% -5,8
Stockholm OMXS-30 1.224,45 -30,12 -2,4% 10,8
Warschau WIG-20 2.359,42 -12,53 -0,5% -8,9
Wien ATX 2.448,17 -46,70 -1,9% 2,0
Zürich SMI 8.168,52 -239,09 -2,8% 19,7
DEVISEN zuletzt '+/- % Do.,8.45 Mi, 17.45 Uhr
EUR/USD 1,2950 0,91% 1,2833 1,2887
EUR/JPY 131,7016 0,89% 130,5416 133,1782
EUR/CHF 1,2522 -0,02% 1,2525 1,2611
USD/JPY 101,7670 0,08% 101,6905 103,3450
GBP/USD 1,5128 0,68% 1,5026 1,5057
.===
DJG/mod/raz
END) Dow Jones Newswires
May 23, 2013 12:11 ET (16:11 GMT)
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| Zeit | Kurs | Vortag | 1 Jahr | |
|---|---|---|---|---|
| BMW | 17:22 | 71,45 | -2,35 | +15,64% |
| UBS AG | 16:46 | 13,84 | -2,74 | +53,81% |
| DT. BANK | 18:48 | 36,06 | -1,53 | +25,37% |
| HSBC HOLDINGS PLC | 08:11 | 8,62 | -2,82 | +37,90% |
| MORGAN STANLEY | 08:00 | 18,91 | -4,81 | --% |
| PEUGEOT S.A | 16:18 | 6,97 | -5,07 | -16,88% |
| MERCK | 17:54 | 123,85 | +0,69 | +61,29% |
| SMI® PR | 19:19 | 8.180,00 | -2,27 | +42,26% |
| TecDAX | 19:17 | 961,50 | -1,05 | +27,96% |
| MDAX | 19:21 | 14.005,00 | -1,00 | +36,74% |
| DAX | 19:21 | 8.367,50 | -1,39 | +32,56% |
| FAZ-INDEX | 17:59 | 1.749,80 | -2,04 | +26,86% |
| E-STOXX 50 | 19:20 | 2.779,50 | -1,21 | +29,28% |
| EUR/JPY | 19:21 | 131,6795 | -0,67 | +30,71% |
| EUR/CHF | 19:21 | 1,2511 | -0,60 | +4,77% |
| EUR/USD | 19:21 | 1,2936 | +0,65 | +1,33% |
| EUR/GBP | 19:21 | 0,8560 | +0,18 | +6,22% |
| USD/JPY | 19:21 | 101,7945 | -1,30 | +28,95% |
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