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Börse Düsseldorf

27.03.2015 - 13:06

Die Aktienhausse lebt – glauben Sie’s uns jetzt?

von Stephan Albrech, Vorstand der Vermögensverwaltung Albrech & Cie

Analysten sind in der Finanzbranche immer wieder für einen Witz gut. Einer geht so: Von seinen zehn Börsenprognosen haben sich alle erfüllt - leider erst Jahre später. Dass es auch kompetent geht, zeigen unsere Einschätzungen seit dem Herbst 2014, in denen wir die aktuelle Hausse korrekt prognostiziert haben. Und: Wir bleiben optimistisch für deutsche und europäische Aktien. Schon Anfang Oktober 2014 hatten wir uns mit handfesten Prognosen aus der Deckung gewagt - nachzulesen in unserer vierteljährlichen Publikation "Der Querdenker".

Erstens rechneten wir trotz der grassierenden Konjunkturangst - Stichwort Ukraine - mit einer eher milden Herbstkorrektur im DAX. Begründung: "Mehr als eine größere Konjunkturdelle dürfte es nach unserer Einschätzung jedoch nicht werden. Sie könnte den DAX bis in die Zone von 8.500 Punkten führen. Spätestens dann sollte Kaufinteresse in den Markt kommen - aus aktueller Sicht wäre das eine gute (Zu)Kaufchance", so ein Zitat aus dem Querdenker 4/2014.

Prognose: DAX sollte besonders stark zulegen

Zweitens erwarteten wir im Anschluss aus verschiedenen Gründen eine starke Entwicklung der Euro-Aktien: "Gut möglich daher, dass der gesunkene Euro-Kurs, die Liquiditätszufuhr der EZB und die niedrigere Bewertung europäischen Aktien 2015 mehr Rückenwind verschaffen als den US-Titeln." Besondere Chancen gaben wir Ende vergangenen Jahres vor allem stark exportorientierten Unternehmen, die zudem von einem Rückgang des Ölpreises profitieren. Ende Dezember schrieben wir in unserer monatlichen Kolumne: "Aus Ländersicht könnte der Dax 2015 mit seinen vielen exportstarken Zyklikern besonders zulegen."

Erst milde Korrektur, dann heftige Hausse

Inzwischen ist klar: Beide Prognosen haben sich bewahrheitet. Nachdem der DAX im Oktober bis auf 8.350 Punkte gesunken war, ging es zunächst bis auf 10.000 Zähler hinauf, wo der Index sich ein paar Wochen herumdrückte, bis er im Januar durchstartete und fast weitere 20 Prozent aufsattelte. Fast identisch sah der Kursverlauf des Index der mittelgroßen Unternehmen aus, der zwischenzeitlich die Marke von 21.000 Zählern überwand. Damit haben die deutschen Aktienmärkte ihre europäischen Brüder abgehängt: Der DAX hat seit Jahresbeginn, ohne Dividenden, 21,5 Prozent zugelegt - beim Euro Stoxx 50 waren es "nur" 16,5 Prozent.

Starker Kursanstieg ist nicht irrational

Nun gibt es Investoren, die sich eher ungern auf Börsenprognosen verlassen wollen, sondern vor allem logisch überzeugende Gründe brauchen, bevor sie handeln. Auch an diese Anleger hatten wir gedacht, um sie zum Aktienkauf zu bewegen. Im November 2014 erschien unsere Kolumne mit dem Titel "Vergessen Sie Ihre Höhenangst bei Aktien!" Darin legten wir dar, welche Faktoren längerfristig die Aktienkurse bestimmen. Es sind, abseits des ganzen Gedöns an den Finanzmärkten, nur zwei Parameter: die Gewinne der Unternehmen und die Zinsen. Je niedriger die Zinsen, desto weniger stark müssen die Unternehmensgewinne wachsen, um eine höhere Bewertung der Aktien zu rechtfertigen. Unser Fazit damals: In den nächsten Jahren können wir - auch dank der EZB - "weiter mit steigenden Börsen rechnen".

Abstauber-Strategie für Nachzügler

Wer sich danach richtete, dürfte sich jetzt über erhebliche Zugewinne im Depot freuen. Was aber, wenn Sie im Oktober wegen der Korrektur zu ängstlich waren und auch im Januar nicht den Mut gefunden haben, in den Aktienzug einzusteigen? Dann stehen Sie jetzt sicher vor der Frage, ob und wann Sie kaufen können.

In Bezug auf den DAX lässt sich sagen: Die jüngste Rallye war so steil, dass ein stärkerer Kursrückgang - hinunter bis auf 10.000 Punkte - eher unwahrscheinlich ist. Vermutlich wird sich der Index um die Marke von 11.000 Punkten fangen und dann wieder nach Norden ziehen. Wer über einen DAX-Indexfonds investieren will, kann sich mit einer dreigeteilten Abstauber-Strategie auf die Lauer legen: Kauf des ersten Drittels, wenn der Index 11.500 Punkte erreicht; zweites Drittel bei rund 11.000 Zählern und Kauf der letzten Tranche, falls der Index doch bis 10.500 Punkte abtaucht.

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