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14.12.2012 - 10:00

EU-Versicherungsaufsicht: Märkte bleiben für Versicherer schwierig

Von Alexandra Edinger

Für Versicherer, Rückversicherer und Pensionskassen bleibt das Umfeld weiter schwierig - und das obwohl sich die Lage an den Kapitalmärkten durch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) allgemein gebessert hat. Zu diesem Schluss kommt die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA in ihrem Finanzstabilitätsreport für das zweite Halbjahr 2012.

Risiken für die finanzielle Stabilität der Unternehmen sieht die Aufsicht insbesondere in der immer höheren Wahrscheinlichkeit, dass die an den Märkten zu erzielenden Zinsen niedrig bleiben werden sowie in der anhaltenden Volatilität der Finanzmärkte. Mittelfristig müssen sich die Unternehmen deswegen mit einem negativen Ausblick für die Branche auseinandersetzen.

Bei den Pensionsfonds könnten sich der demografische Wandel und eine längere Lebensdauer der Kunden künftig negativ auf die Ergebnisse auswirken. Zudem sieht der Aufseher bei Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung einen alarmierenden Rückgang bei den Finanzierungspositionen - insbesondere in Großbritannien und den Niederlanden. Statistiken zeigen, dass in Großbritannien der Deckungsgrad bereits unter 80 Prozent gefallen ist.

Laut EIOPA flossen den Versicherungen im zweiten Halbjahr mehr Beiträge zu. Davon profitieren die Unternehmen aber sehr unterschiedlich. Die Profitabilität und die Kapitalquoten bleiben weiterhin auf einem komfortablen Level. Allerdings warnt EIOPA davor, dass die momentanen Regulierungsmechanismen den Aufsehern kein umfassendes Bild der Gesamtsituation ermöglichen. Markt- und Kreditrisiken ließen sich daher nur schwer einschätzen, weswegen EIOPA-Chef Gabriel Bernardino immer wieder einen realistischen Zeitplan für die Einführung der neuen Regulierung nach Solvency II fordert.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass sich die eigentlich für 2013 geplante Einführung dieser neuen Regulierung voraussichtlich um mindestens ein, wahrscheinlich sogar zwei Jahre verschiebt. Einen neuen Zeitplan gibt es bislang nicht. In Deutschland wird aber bereits überlegt, ob Teile von Solvency II gegebenenfalls früher eingeführt werden sollen, ohne dass das gesamte Regelwerk fertig ist. Unter Solvency II muss die Versicherungsbranche neue Kapitalvorschriften erfüllen und sich einer detaillierteren Aufsicht stellen.

Ein Überhang an Kapazitäten und weniger Nachfrage auf Grund der schwachen Weltwirtschaft sieht EIOPA als Auslöser dafür, dass die Rückversicherungen weiterhin unter Druck bleiben werden. Außerdem könnte Hurrikan Sandy, der Ende Oktober über die US-Ostküste gefegt war, die Ergebnisse in diesem Bereich noch Mal kräftig durcheinander wirbeln. Denn nach vorläufigen Schätzungen, auf die EIOPA verweist, könnten sich die Schäden auf 52 Milliarden US-Dollar summieren. Das sind rund 40 Milliarden Euro. 200.000 Forderungen für Sturmschäden und knapp 20.000 wegen Überflutung werden demnach erwartet.

Die auf langfristige Geldanlage ausgerichtete Versicherungsbranche hat sehr unter den anhaltend niedrigen Zinsen zu leiden, schließlich müssen regelmäßig neue Kundengelder angelegt werden. Die Branche sucht daher schon längst ihr Heil in alternativen Anlageformen, die neben guten Zinserträgen trotzdem die notwendige Sicherheit bieten. Dazu zählen unter anderem Immobilien oder auch der Bereich erneuerbare Energie.

Trotz dieser Maßnahmen senken die Versicherungen seit Jahren immer wieder die Verzinsung. Aus diesem Grund werden Lebensversicherungen für die Sparer als Anlageform immer unattraktiver.

Kontakt zur Autorin: alexandra.edinger@wsj.com

DJG/aed/sha

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December 14, 2012 04:00 ET (09:00 GMT)

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